Allergien vorbeuge

In unserer Gesellschaft ist es nicht mehr außergewöhnlich eine oder sogar mehrere Allergien zu haben. Schon kleine Kinder werden von ihnen geplagt. Laut einer Forsa-Umfrage leidet bereits in jeder zweiten Familie in Deutschland jemand an einer Allergie. Von den unter 30-Jährigen sind danach etwa 40 Prozent betroffen. Viele machen die zunehmende Umweltverschmutzung sowie falsche Ernährung dafür verantwortlich.

Gibt es eine Möglichkeit gerade bei Kindern einer Allergie vorzubeugen? Oder kann man die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen abschwächen? Die Antworten auf diese Frage und die Zunahme von Allergien fängt schon viel früher an. Geht man in die Zeit unserer Eltern oder Großeltern zurück, waren Allergien noch die absolute Ausnahme, aber warum? Sicher spielen Faktoren wie Umweltverschmutzung und Ernährung eine Rolle, aber noch viel bedeutender ist die bereits nachgewiesene „Hygiene-Erziehung“ von Kindern. Seit langem spielt uns die Werbung etwas vor, denn laut dieser sollte die ganze Wohnung porentief rein und keimfrei sein. Angefangen vom Spül- und Reinigungsmittel bis hin zum Waschmittel. In allen Bereichen des Haushaltes findet man antibakterielle sowie keimtötende Stoffe. Alles soll absolut steril sein. Aber genau hier liegt die größte Gefahr.

Die meisten Eltern zeigen heute ein ganz anderes Reinheitsverhältnis als vor ein paar Jahren. Vor allem die Werbung und übertriebene Panikmache führen dazu, dass immer mehr Eltern sich dazu hinreisen lassen, keimabtötende Mittel zu kaufen. Bereits im Säuglingsalter wird peinlichst auf Sauberkeit und Hygiene geachtet. Natürlich Sauberkeit sehr wichtig, aber alles hat da eine Grenze, wo es im Gegenzug schon wieder schädigt. Denn mit vielen Keime und Bakterien, die in unserer Umgebung vorkommen, kommt unser Körper alleine klar, sie machen diesen sogar stark. Denn der menschliche Organismus kann seinen gesunden Abwehrmechanismus nur dann aufbauen, wenn man diesem die Möglichkeit dazu lässt. Das Immunsystem muss seine Umwelt erleben und sich damit auseinandersetzten. Nur so wird es trainiert und der Körper lernt sich zu schützen. Wenn der Körper beziehungsweise das Immunsystem seine Aufgabe ausreichend trainieren kann, wird es stark. Wenn man ihm diese Möglichkeit durch zu viel Sauberkeit und vor allem Sterilität nimmt, kann es mit Bakterien und Viren die man außerhalb der Wohnung auffängt nicht umgehen und entwickelt dementsprechend keinen Schutz.

Solche Menschen sind weit häufiger krank als die, die dem Körper seinen eigenen Schutz aufbauen lassen. Das alles trifft genauso auf Pollen und weitere Allergene zu. Nur ein gut ausgebildetes Immunsystem kann sich gegen Allergene schützen und Allergien werden vermieden. Natürlich sollte man auf Sauberkeit, gute Ernährung und vernünftige Versorgung achten, aber gerade bei Kindern gehört es auch dazu, dass sie in ihrer Umwelt Dinge erkunden dürfen. Ausgiebig in Regenpfützen hüpfen, mit dem Regenwurm Spielen und auch etwas Sandkuchen aus dem Sandkasten, der Kontakt mit Tieren und eine kleine Schlammschlacht schaden nicht. Ein Blick zurück in die eigene Kindheit erinnert uns selber an solche Situationen. Ein Mix aus gesundem Menschenverstand, Wissenschaft und neuen Erkenntnissen liefern ein optimales Ergebnis.

Liegen bereits Allergien vor, beispielsweise gegen Hausstaub ist es allerdings schwieriger. Dann muss versucht werden, die Allergene so weit wie möglich zu meiden und dementsprechend die Wohnung von Hausstaub zu reinigen. Hierzu gehören die regelmäßige Teppichreinigung, häufiges Absaugen der Polstermöbel und Waschen der Vorhänge.

Kommentieren ist momentan nicht möglich.